Alzheimer & Co.

Was ist eigentlich Demenz?

Menschen mit Demenz leiden unter Einschränkungen der geistigen Möglichkeiten: Fähigkeiten wie Erinnern, Verstehen und Planen gehen schrittweise verloren.

Morbus Alzheimer ist die am häufigsten auftretende Demenzerkrankung. In einem frühen Stadium können Medikamente den Krankheitsverlauf teilweise etwas verzögern – Heilung ist nicht möglich. Deshalb sind Einrichtungen wichtig, die den erkrankten Menschen ein Umfeld anbieten, das ihren individuellen Möglichkeiten und Grenzen entspricht. Eine besondere Bedeutung kommt der professionellen Arbeit zu, in deren Mittelpunkt Gefühle, Sinne und Empfindungen stehen. Dadurch unterscheidet sie sich stark von der herkömmlichen Altersbetreuung.

Demenz hat viele Formen und Gesichter. Betroffen sind Menschen im hohen Alter, andere sind noch relativ jung und stehen mitten im Leben. Die Krankheit verändert sich im Verlauf. Menschen im frühen Stadium sind weitgehend selbstständig, haben noch viele Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Im späten Stadium benötigen sie immer mehr an Unterstützung. Am Lebensende können sie Ihre Bedürfnisse kaum noch ausdrücken und brauchen eine einfühlsame Begleitung.

Auch die Lebensumstände von Menschen mit Demenz sind sehr unterschiedlich: Sie leben alleine, in einer Partnerschaft, in einer grossen Familie, in einem Pflegezentrum oder in einer Wohngemeinschaft mit anderen Betroffenen.

Zahlen & Fakten

Zahlen

Über 100'000 Demenzkranke

Rund 108'000 Menschen in der Schweiz sind von einer Demenz betroffen: 69'000 Frauen und 39'000 Männer. Weil Frauen älter werden, ist die Zahl signifikant höhern.

Jährlich erkranken 26'000 Menschen neu an einer Demenz. Das Risiko steigt mit dem Alter. In der Altersklasse 90+ gibt es pro Jahr 4000 Neuerkrankungen (10%), in der Altersklasse 65-69 Jahre sind es 1600 neue Fälle (0,4%).

Aufgrund der demographischen Entwicklung werden im Jahr 2030 rund 200'000 Menschen mit Demenz in der Schweiz leben, sogar 300'000 im Jahr 2050. Eine Demenzerkrankung dauert im Durchschnitt zehn Jahre.

Quelle: Zahlen 2011, Schätzungen der Schweizerischen Alzheimervereinigung, Werte gerundet.

Heilung

Heilung noch nicht möglich

Erkrankungen wie Alzheimer (Zellverlust im Gehirn) oder vaskuläre Demenz (Veränderung der Hirngefässe) sind chronisch und verschlechtern sich mit der Zeit. Bis heute gibt es keine Behandlung, die die Krankheit verhindern, stoppen oder heilen kann.

Mit gezielten Therapien (z.B. Medikamente, Milieutherapie, Gedächtnistraining) lässt sich der Verlauf teilweise verlangsamen und die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen verbessern.

Kommunikation

Tipps für die Kommunikation mit Demenzkranken

Demenzkranke können langen Sätzen nicht folgen. Darum sollte man sich möglichst kurz ausdrücken langsam reden und deutliche Pausen zwischen einzelnen Sätzen machen.

An Demenz erkrankte Menschen nehmen Sprache wörtlich. Formulierungen wie «in die Luft gehen» oder «sich im WC die Hände waschen» verstehen sie nicht so, wie sie gemeint sind, und sollten vermieden werden.

Keine Entweder-oder-Fragen. Auf sie erntet man häufig eine Gegenfrage wie «Was ist denn richtig?» oder ein wütendes «Ist mir doch egal». Besser sind konkrete Vorschläge.

Demenzkranke verstehen keine Witze mehr, aber sie lachen über nonverbalen Humor, etwa Dick und Doof oder Mister Bean.

Wenn Menschen mit Demenz sich falsch behandelt fühlen, zeigen sie das. Sie wenden sich vielleicht einfach ab oder sagen unverblümt: «Halt die Klappe.» Diese Abfuhr sollte man akzeptieren und nach einigen Minuten einen neuen Kontaktversuch starten.